Geoscience Training Workshop oder die Erkenntnis, dass Steine ganz und gar keine faden Objekte sind.

Mrz 26, 2012 von     Keine Kommentare    Gepostet unter: ÖWF Aktuell, PolAres

Geologie ist ein wichtiger Bestandteil von Missionen auf anderen Planeten. Bereits Apollo Astronauten wurden in den 1960er Jahren trainiert Gestein für die Geologen auf der Erde zu sammeln und zu beschreiben. Mars-Roboter werden mit Geräten zur Tiefenanalyse bestückt, so soll der europäische ExoMars Rover z.B. mit einem Georadar mit Namen WISDOM (Water Ice Subsurface Deposit Oberservation on Mars) ausgestattet werden. Mit diesen Geräten kann man sehr genau die Beschaffenheit der Bodengesteine feststellen, ohne dass ein Mensch einen Fuß auf einen anderen Planeten setzen muss.

Csilla Orgel demonstriert den Effekt von Salzsäure auf Kalkstein

Csilla Orgel träufel Salzsäure auf Kalkstein

Auch für die Feldtests des Österreichischen Weltraum Forums ist Geologie eine wichtiger Bestandteil, da unter anderem der Anzugtester auch die Rolle eines Geologen am Mars übernehmen muss. Csilla Orgel, Geologstudentin aus Budapest und Sandra Hutterer, Geodäsiestudentin aus Wien organisierten daher ein erstes Geoscience Training für eine rund 20-köpfige PolAres Gruppe.

Samstag, 24. März 2012 09:00 Uhr an der Technischen Universität Wien, Einführung in die Geologie. Noch bekommen wir wunderschöne Bilder vom Mars und deren Analogien auf der Erde gezeigt. Um die Prozesse zu verstehen, muss man beim Anfang beginnen erklärt uns Csilla Orgel. So lernen wir den Unterschied zwischen einem Mineral und einem Stein kennen und wissen und dass ein Stein immer ein Aggregat aus verschiedenen Mineralien ist. Mit unterschiedlichen Gesteinsproben demonstriert uns Csilla Methoden grob Steine zu klassifizieren. Plötzlich macht es Zisch, denn Csilla träufelt Salzsäure auf einen Steinklumpen um einen Kalkstein zu identifizieren. Viele weitere Mineralien-Typen folgen, ob wir uns die alle merken können?

Dr. Pavuza, Leiter der Karstforschung am Naturhistorischen Museum, entführt uns dann an den Dachstein, den wir als Feldtestgebiet für Ende April auserkoren haben. Dabei erläutert er uns wie die Höhlen entstanden sind bzw. wie Tropfsteine sich bilden.

„Der Vortrag von Dr. Pavuza war spannend und hochinteressant. Gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Feldtest wird man die Höhlen nun mit ganz anderen Augen betrachten können und einfache, geologische Gebilde wiedererkennen“

, sagt Sebastian Sams, der am Dachstein die Kommunikationsinfrastruktur koordinieren wird.

Auch der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Dachstein Mars Simulation, Alejandra Sans und Sebastian Hettrich erläutern im Detail den von Ihnen erstellten Flugplan sowie geben Einblicke in ihr M.A.R.S (Mission Asset & Ressource Simulation) Experiment, welches unter anderem Ressourecen für zukünftige Feldtest optimieren soll. Luca Foresta erklärt uns geophysikalische Methode, die vor allem in Georadar und Geophone Geräten zur Anwendung kommen. Zum Abschluss tauchen wir noch einmal die Welt der Geologie ein und lernen die Feldarbeit eines Geologen, auch am Mond, kennen.

Praktische Anwendungen im Naturhistorischen Museum

Csilla Orgel (Mitte), erläutert Sebastian Sams (li) und Julia Neuner (re) Details zu einem Mineral im Naturhistorischem Museum

Am nächsten Tag haben wir dann auch gleich die Gelegenheit die Theorie in der Praxis anzuwenden oder zumindest praktisch anzusehen. Gemeinsam besuchen wir das Naturhistorische Museum und verbringen den gesamten Vormittag in der Gesteinssammlung. Vier Räume gefüllt mit Mineralien in allen Formen, Größen und Farben.

„Azurit ist mein Favorit, weil er so schön blau ist“

schwärmt Isabella Achorner. Olivia Haider ergänzt,

„ich hätte nicht gedacht, dass es so viele unterschiedliche Formen und Farben von Mineralien gibt. Jeder einzelne Stein in der Vitrine war einzigartig“.

Wir schließen den Besuch im Museum mit der Sonderausstellung „Xtremes – Leben in Extremen“ ab.

„Der Workshop war der erste dieser Art, aber sicher nicht der Letzte. Wir wollen den PolAres MitarbeiterInnen die Möglichkeit bieten auch wissenschaftlich ihren Horizont zu erweitern. Konkret möchten wir bereits im Sommer auch noch einen praktischen Geologieworkshop im Feld anbieten“

, fasst PolAres Projektleiter Gernot Grömer das Wochenende zusammen.

Wollen Sie uns etwas Mitteilen? Schreiben Sie ein Kommentar zum Artikel!

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Blog Kategorien