Dachstein Mars Simulation – Rückblick in 25 Bildern

Mai 6, 2012 von     2 Kommentare    Gepostet unter: Anzug "Aouda", ÖWF Aktuell, PolAres

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Vom 27. April bis 01. Mai 2012 führte das Österreichische Weltraum Forum mit 11 internationalen Partnern in den Dachstein Rieseneishöhlen eine Mars Simulation durch. Dieser Analog-Feldtest war der erste weltweit, der in einem Höhlensystem durchgeführt wurde.
Erleben Sie gemeinsam mit uns die Höhepunkte dieser 5 Tage in 25 Bildern.

Sebastian Sam schiebt behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondel (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

1 26. April 2012: Die erste ÖWF Gruppe ist bereits am Donnerstag eingetroffen, um das gesamte Material zur Mittelstation auf die “Schönbergalm” zu bringen. Sebastian Sam schiebt dabei behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondelbahn. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Erster Höhlenbesuch des ÖWF Teams, um die späteren Stellen für die Tests festzulegen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

2 Nachdem das erste Material verstaut ist, die Computer eingeschalten sind und die Räume aufgeteilt sind, gibt es eine erste Höhlentour um die potentiellen Stellen für die zukünftigen Tests zu identifizieren. Ein großes Fragezeichen bleibt. Wie soll man im Anzug durch die Engstellen der Höhlen kommen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Auf dem Weg zur Höhle am ersten Aufbau- und Testtag (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

3 27. April 2012: Mit der ersten Gondel geht es in einer fünfminütigen Fahrt rauf zur “Schönbergalm”, wo unsere OPS (Operations) in einem Nebenraum des Restaurants installiert wird. Heute werden auch die internationalen Experimentatoren-Teams erwartet und ein erstes “Donning” (Anziehen des Aouda.X Anzugs) steht am Nachmittag auf dem Plan. Davor gibt es noch viel zu tun, so muss noch die gesamte Kommunikationsinfrastruktur in und außerhalb der Höhlen installiert werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Nach dem Sicherheitsbriefing gibt es eine gemeinsame Höhlenbesichtigung für alle Experimentatoren (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

4 Nach dem Sicherheitsbriefing für alle Experimentatoren gibt es eine zweistündige Führung durch die Höhlen, schließlich müssen die Experimentatoren auch die Rahmenbedingungen für ihre Experimente kennenlernen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Aufi aufm Berg - Suittester Daniel Föger trägt den Hard-Upper-Torso zum Höhleneingang. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

5 Währenddessen steht bereits das erste Donning an. Zuvor muss allerdings das gesamte Anzugsmaterial zum Höhleneingang transportiert werden. Trotz kleiner Raupenfahrzeuge muss der Hard-Upper-Torso (obere, feste Teil des Anzugs) vom Anzugtester Daniel Föger selbst hochgetragen werden. Ein 15-minütiger Fußmarsch zum Höhleneingang wird dann schon sehr anstrengend. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Allererstes Donning bei der Dachstein Mars Simulation. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

6 Danach heißt es gleich beginnen mit dem Donning. Das Anziehen des Anzuges dauert ca. 2 Stunden und Daniel wird dabei von 2-3 Helfern (“Suit-Tech’s”) unterstützt. Insgesamt wiegt der Anzug 45 kg. Kurz bevor der Helm geschlossen wird, sind bereits die Lüfter eingeschalten worden und die Kommunikation wurde getestet, so dass dem ersten EVA (Extra-Vehicular-Activity) nichts mehr im Wege steht. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Mit der ersten Gondel geht es hinauf zur Mittelstation um in Ruhe den Ansturm der Medien & Marstweetup Leute vorzubereiten (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

7 28. April 2012: Die Ruhe vor dem Sturm. Heute ist Medientag. Neben zahlreichen Journalisten, Kamerateams und Fotografen haben wir heute auch zum MarsTweetup eingeladen. Das Team sammelt sich wie jeden Morgen, um mit der ersten Gondel hochzufahren. Heute bereits um 07:30 Uhr, da nicht nur wir zu den Frühaufstehern gehören, sondern auch einige Tourengeher, das traumhafte Wetter nützen möchten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Alejandra Sans & Reinhard Tlustos diskutieren die EVA Planung in der OPS (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

8 In der OPS (Operation) herrscht geschäftiges Treiben. Alejandra Sans (Flightplan) diskutiert mit Reinhard Tlustos (Flight Director Assistent) den heutigen geplante EVA (Extra-Vehicular Activity) anhand der Karte. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Flight Director Norbert Frischauf in Diskussion mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists (c) OEWF (Andreas Köhler)

9 Währenddessen stimmt Flight Director Norbert Frischauf noch Details über die geplante Rover-Parade mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists ab. (c) OEWF (Andreas Köhler)

16 MarsTweeps aus ganz Europa haben sich eingefunden einen Tag lang, hinter die Kulissen einer Analog Simulation zu blicken (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

10 Gegen 09:00 Uhr treffen dann die MarsTweetup Leute ein. 16 Nutzer der Mikroblogger Plattform Twitter aus ganz Europa sind dem Aufruf des Österreichischen Weltraum Forums gefolgt und bekommen heute einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Analog Simulation. Alexander Soucek fesselt die “Tweeps” (Twitter-Nutzer) am Morgen mit seiner Keynote. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Am Medientag stand der Aouda.X Anzugsimulator im Mittelpunkt der Kamera- & Medienteams (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

11 Ganz klar im Mittelpunkt beim Medientag stand der Aouda.X Raumanzugsimulator. Suittester Daniel Schildhammer beantwortet geduldig die Fragen aller Journalisten, setzte mehrmals den Helm auf und führte die Journalisten immer tiefer in die Höhle. Am Vormittag fand eine Pressekonferenz mit Dachstein AG Vorstandsdirektor Alfred Brückschlögl, Obertrauns Bürgermeister Egon Höll und ÖWF-Projektleiter Gernot Grömer statt. Im Zuge der Pressekonferenz wurde dem ÖWF auch das Techcos Sicherheitszertifikat verliehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Der Magma White rover wurde für die Dachstein Mars Simulation umgebaut um das WISDOM radar zu tragen (c) OEWF (Andreas Köhler)

12 Neben dem Aouda.X Raumanzugsimulator konnten sich die Medienteams auch über die anderen Experimente informieren. So wurde z.B. der polnische Magma White Rover für die Dachstein Mars Simulation umgebaut, um das WISDOM Radar tragen zu können. (c) OEWF (Andreas Köhler)

Das WISDOM radar team mit ihrem zweiten Gerät unternimmt die ersten Messung auf dem Eis. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

13 Das WISDOM Team reiste mit 2 Radaren an und konnte auch in Ruhe in einer kleinen Nebenhöhle am Eis erste Georadar-Messungen durchführen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Suittester Daniel Schildhammer nimmt eine Gesteinsproben im King-Arthur Dome (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

14 Im King-Arthur Dome demonstriert Suittester Daniel Schildhammer, dass es trotz der Limitierungen eines Raumanzugsimulators möglich ist, Geräte zu bedienen und wichtige Gesteinsproben zu sammeln. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Nach dem anstrengenden Tag freut sich Daniel Schildhammer ausgezogen zu werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

15 Nach dem anstrengenden ersten Tag als Suittester freut sich Daniel Schildhammer aus dem Anzug zu kommen und genießt die warmen Sonnenstrahlen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Suittester Daniel Föger wird den Cliffbot (rechts im Bild) mittels Schnurr über die Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

16 29. April 2012: Heute steht die Wissenschaft im Vordergrund. Als erstes Experiment darf Suittester Daniel Föger den Cliffbot der französischen Mars Society behutsam über eine Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Das polnische Magma Team im Parsival Dome beim Testen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

17 Währenddessen testet das polnische MAGMA Rover Team im Parsival Dome ihren Rover auf blankem Eis. Dabei ist es gar nicht so einfach mit dem Rover auf dem Eis zu fahren, da es auch für die Räder sehr rutschig ist. Der MAGMA White Rover ist außerdem Teil des Open Mars Yard Projekts. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Asimov der Mondrover der Part-Time Scientists im King-Arthur Dome. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

18 Die Part-Time Scientists haben sich inzwischen mit ihrem “König der Höhlen” im King Arthur Dome eingefunden um mit ihrem Mond Rover Asimov R3 die ersten Fahrtests durchzuführen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kein leichtes Unterfangen, vor allem für den Rover. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

Bernard Foing und Ulrich Luger kontrollieren die Prozeduren für das Experiment während Suittest Daniel Föger bereits das Material aus dem Koffer nimmt. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

19 Bernard Foing, von der International Lunar Exploration Working Group (ILEWG) geht mit Ulrich Luger, ÖWF, die Prozeduren für die sterile Probenentnahme durch, während Suittester Daniel Föger die benötigten Materialien aus dem Koffer vorbereitet. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Kampf der Roboter ;-) alle anwesenden Rover unterwegs zur OPS (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

20 Am Schluss des dritten Testtages steht noch eine kleine Rover-Parade an. Von groß bis klein, sind zahlreiche Rover bei der Dachstein Mars Simulation vertreten. Auch bei einer bemannten Mars Mission werden zahlreiche, robotische Geräte die Menschen unterstützen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Lara Vimercati nimmt eine Probe vom Anzug für das JPL (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

21 30. April 2012: Premiere am vierten Testtag. Erstmals wird ein wissenschaftliches Experiment mit zugeschalteten Wissenschaftern aus Übersee durchgeführt. Via Audio- und Videosignale kann der hauptverantwortliche Wissenschafter am JPL (Jet Propulsion Lab) den Anzug an die Stelle steuern, wo Proben entnommen werden sollen bzw. in diesem Fall mittels Assistentin Lara Vimercati Proben vom Anzug nehmen, die später in den Labors des JPL untersucht werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Unsere Prinzession ist wahrlich eine Königin der Höhle. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

22 Anmutig schlägt sich unsere Prinzessin durch die Dachsteineishöhlen und damit hat sie den Titel “Königin der Höhlen” absolut verdient. Unseren größten Respekt haben sich aber unsere beiden Suittester Daniel Föger und Daniel Schildhammer verdient, die unter größten Anstrengungen die Prinzessin an jede gewünschte Stelle in der Höhle geführt haben.

Nachdem das AKG Headset mehrmals während der Test im geschlossenen Helm verrutscht ist, wurde es kurzerhand mittels PowerTap an die Suittester Kappe angeklebt. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

23 Erst im Feld tauchen Probleme auf, die im Labor nie vorhanden waren. So verrutsche den Suittestern regelmäßig das AKG Headset, so dass der Helm erneut geöffnet wurde, um das Headset an die ursprüngliche Position zu bringen. Am Mars wäre dies natürlich fatal, weil das Verrutschen nicht nur unangenehm ist, sondern vor allem die Kommunikation behindert bzw. unmöglich macht. Daher wurde das Headset ganz einfach mit Powertap an der Kappe befestigt :-) (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

An vielen Stellen ist die Höhle zu niedrig für die lange Antenne des Suittester, deshalb muss dieser oft gebückt gehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

24 Noch kein Feldtest des Österreichischen Weltraum Forums war für die Suittester so anstrengend, wie dieser Höhlentest. Regelmäßig mussten die Suittester sich bücken, um nicht mit der Antenne an den Höhlenwände anzustoßen. Dabei drückt der 45 kg Rucksack schwer auf den Tester. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Für das JPL Experiment müssen Eisproben im Tristan Dome genommen werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

25 01. Mai 2012: Trotz technischer Schwierigkeiten beim Donning, konnte auch der fünfte Testtag in der Höhle erfolgreich mit zwei Experimenten beendet werden. Für das JPL Experiment wurden erneut Eisproben gesammelt, allerdings wurde das Kommando zwischendurch von der KiwiMars Mission an der MDRS (Mars Desert Research Station) übernommen. Die simulierte den Kommunikationsausfall zwischen Suittester und OPS und die Übernahme der Kommunikation durch eine zweite Marsmission auf der anderen Seite des Planeten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Dieses Projekt wurde gesponsert mit der freundlichen Unterstützung der Industriepartner Catalysts, Techcos, ABM Space Education, sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (BmVIT/FFG/ASAP).

Wir freuen uns schon auf den nächsten Feldtest, 2013 in Marokko. On to Morocco! On to Mars!

2 Kommentare + Kommentar hinzufügen

  • In der Zeitung habe ich von den Experimenten gelesen. Da wir Robotik für Mädchen fördern sind wir immer auf der Suche nach Role-Models und interessante Anwendungen. 2009 waren wir bei der Robocup WM in Graz mit 2 zehnjährigen Mädchen dabei. Sie haben so ähnliche Roboterinnen programmiert wie die in der Dachsteinhöhle zu sehen sind.

    http://www.zimd.at/robocupjunior-2009

    Archimedes ist aber wahrscheinlich viel teuerer gewesen.

    Wir sind an Kooperationen und Sponsoren im Bereich Robotik interessiert. Kunst und Wissenschaft interessiert uns besonders.
    * Wie wäre es mit einem österreichischen Jodelroboter der die Marsakustik erkundet?
    * Die kooperative fröhliche Wissenschaft wäre eine echte Alternative zur Forschung an Kriegsrobotern.

    Peace out

    Andreas H. Landl

  • [...] OEWF’s retrospect in 25 photos, [...]

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